Artikel IDS 2013: Berührungsfreie Behandlungsmethoden

Lasertechnologie erstrahlt in neuem Licht - Innovationen kennenlernen auf der IDS 2013

Schon heute setzen immer mehr Zahnärzte auf die Errungenschaften der Laserheilkunde und nutzen damit einen unmittelbaren Mehrwert sowohl für ihre Patienten als auch für ihre Praxis. Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten und neue Entwicklungen machen diese Technologie zudem zu einem zukunftsträchtigen Sektor, über den es sich Bescheid zu wissen lohnt. Der folgende Text erläutert, welche konkreten Vorteile die Behandlung mit gebündeltem Licht bietet und welche Fragen Interessenten im Vorfeld der Anschaffung eines Praxislasers klären sollten - idealerweise während der Besuchertage der IDS (Internationale Dental-Schau) vom 13. bis 16. März 2013 in Köln.

Soft-Laser, Diodenlaser, CO2-Laser, Er:YAG-Laser und noch einige mehr - das Feld der Laserzahnheilkunde umfasst ein breites Angebot an unterschiedlichen Behandlungssystemen für verschiedenste Indikationen. Als Einstieg in die Materie sollte sich der interessierte Zahnarzt deshalb zunächst die Frage stellen, wo er seinen eigenen Schwerpunkt sieht und für welche Zwecke das monochromatische Licht in der Praxis eingesetzt werden soll.

Der Laser für den demografischen Wandel

Die Beantwortung dieser Frage ist nämlich entscheidend dafür, welcher Laser das bestehende Praxisangebot sinnvoll ergänzen kann. Ein Diodenlaser beispielsweise kann in der ergänzenden Gingivalchirurgie zur Taschendekontamination und Deepithelisierung verwendet werden [1]. Darüber hinaus kommt er auch bei endodontischen Behandlungen zum Einsatz. Bei iatrogenen Kanalöffnungen sorgt er für ein keimarmes Milieu, sodass diese nach einer Wurzelfüllung zu 95 Prozent stabil bleiben [1]. Des Weiteren profitieren speziell multimorbide Patienten vom Diodenlaser. So sind Menschen mit Diabetes nach einer Laserbehandlung deutlich seltener von Wundheilungsstörungen betroffen, und auch die Mehrzahl der Marcumar-Patienten kann ohne Umstellung der Blutverdünner durch den Internisten therapiert werden [1]. Gerade im Angesicht der demografischen Entwicklung ist der Diodenlaser deshalb schon jetzt in vielen Praxen ein unverzichtbares Hilfsmittel.

Mit Licht "bohren" und Ängste abbauen

Wer einen Laser für die Anwendung im Hartgewebe sucht, der wird zu einem Erbium:YAG-Laser greifen. Er kann sowohl für die Kariesentfernung als auch für die Schmelzkonditionierung und oralchirurgische Eingriffe verwendet werden. So kommt dieser Laser beispielsweise bei Schneidekantendefekten, Putzläsionen und dentaladhäsiven Mehrschichtrekonstruktionen zum Einsatz [1]. Auch für eine kinderzahnheilkundlich tätige Praxis stellt der Erbium-Laser eine erwägenswerte Investition dar, da mit ihm einer initialen Karies minimal-invasiv entgegengewirkt werden kann [2]. In diesem Zusammenhang kommen die typenübergreifenden Vorteile der Lasertechnologie besonders zur Geltung. Gerade Kindern kann mit dieser belastungsarmen Methode die Angst vor der Behandlung genommen werden. Denn häufig werden nicht nur der Schmerz, sondern auch der Knochenschall sowie die hochfrequenten Töne, die beim Bohren entstehen, vom Patienten als unangenehm empfunden [1]. Die damit verbunden negativen Assoziationen können mithilfe der berührungsfreien Lasertherapie umgangen werden.

Minimal-invasiver Skalpellersatz

Die Paradedisziplin des CO2-Lasers ist die Weichteilchirurgie, zum Beispiel im Sinne einer Frenektomie, einer Vestibulumplastik oder einer Hyperplasieentfernung [1]. Dabei fungiert der Kolendioxidlaser gewissermaßen als minimal-invasiver Skalpellersatz. Darüber hinaus kann er auch genutzt werden, um Narben die bei Wurzelspitzenresektionen entstanden sind, zu glätten [1]. Seinen Namen verdankt der Laser seinem laseraktiven Medium - dem Kohlendioxid. Dies zeichnet ihn im Gegensatz zum Er:YAG-Laser, bei dem es sich um einen Festkörperlaser handelt, als Gaslaser aus.

Neben der Einteilung nach dem jeweiligen Lasermedium und der Wellenlänge lassen sich anhand ihrer Signalform grundsätzlich zwei verschiedene Typen von Lasern unterscheiden: Dauerstrichlaser und Pulslaser. Während erstere Variante eine durchgängige Lichtwelle abstrahlt, wird bei letzterer das Licht nicht kontinuierlich emittiert. Als besondere Hoffnungsträger in der Laserzahnheilkunde werden derzeit die sogenannten Ultrakurzpulslaser gehandelt. Sie erlauben die Abgabe extrem hoher Energie in besonders kurzer Zeit. Neuartige Modelle dieser Bauart ermöglichen bis zu 500.000 Lichtabgaben pro Sekunde [2]. Weil dabei die Übertragung von Wärme und Vibrationen minimiert wird, und gleichzeitig die Reizung der Zahnnerven ausbleibt, gilt die Behandlung mit Ultrakurzpulslasern als nahezu schmerzfrei. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Potential dieser Technologie erkannt und in diesem Zusammenhang Anfang des Jahres Mittel in Höhe von rund 20 Millionen Euro im Rahmen des Förderprogramms "Optische Technologien" für die Erforschung und Entwicklung innovativer und anwendungstauglicher Ultrakurzpuls-Strahlquellen bereitgestellt [3].

In Zukunft Ultrakurzpulslaser

Doch auch heute noch gelten für die neue Technologie gewisse Einschränkungen: Der Einsatz von Laserlicht, wie er momentan möglich ist, ist in der Regel immer als adjuvante Maßnahme zu betrachten [4]. Eine Therapie, die ausschließlich auf Laser setzt, gibt es ebenso wenig wie einen Universallaser für alle Indikationen. Allerdings schickt sich der Ultrakurzpulslaser nun an, gleich mehrere Fachgebiete der Zahnheilkunde zu revolutionieren. In neuen Forschungen wird seine Eignung für die Bearbeitung unterschiedlichster Materialien untersucht. So wird unter anderem seine Wirksamkeit bei der Bearbeitung sowohl von Zahnhartgeweben und von Restaurationsmaterialien als auch von Knochen getestet.
Wie in vielen Fällen ist auch auf dem Gebiet der Laserzahnheilkunde die IDS in Köln die wichtigste Bühne für Innovationen und Knowhow. Auch für das kommende Jahr ist auf der weltgrößten Dentalmesse wieder eine Reihe interessanter Neuerungen rund um die Lasertechnologie zu erwarten. Wer sich über die neuesten Trends in der Laser-Zahhmedizin informieren möchte oder der Frage nach dem richtigen Laser für die eigene Praxis auf den Grund zu gehen sucht, dem sei ein Besuch der IDS 2013 wärmstens empfohlen.
Alle Informationen rund um die IDS 2013 in Köln können unter www.ids-cologne.de abgerufen werden.

(Markus Urmann, Bad Homburg. DZW Ausgabe 24/12)